„Während des Medizinstudiums werden junge Ärzte wie ich mit schrecklichen Schicksalen konfrontiert. Kein junger Mensch sollte von den furchtbaren Krankheiten erfahren müssen, die es gibt, oder miterleben, wie sehr Menschen leiden. Die Realität des Todes im Seziersaal ist überwältigend. Das Medizinstudium war für mich ein großes Trauma.“
In der Folge entwickelte Buxbaum hypochondrische Ängste. Im Laufe der Zeit stellte er sich vor, an mehr als zwei Dutzend tödlichen Krankheiten zu leiden.
„Einmal ließ ich mir Lymphknoten aus der Leiste entfernen, weil ich befürchtete, an einem Hodgkin-Lymphom zu leiden. Wenn mir heiß war, dachte ich, es müsse ein Kehlkopfkarzinom sein. Rückenschmerzen waren natürlich immer Metastasen eines Prostatakarzinoms. Wegen eines leichten Zuckens im Unterschenkel ging ich zu einem Neurologen in St. Gallen, um eine amyotrophe Lateralsklerose auszuschließen – meine Lieblingsphobie!“ (RB, Dezember 2024)
Während der Vorlesungen und später bei der Arbeit im Krankenhaus zeichnete Buxbaum intensiv. Das Zeichnen half ihm, sich zu entspannen, sich zu konzentrieren und emotionale Distanz zu schaffen. Auch in psychotherapeutischen Sitzungen skizzierte er und lud seine Patienten dazu ein, es ebenfalls zu tun. Schließlich legitimierte er diesen Ansatz formal durch eine Ausbildung zum Kunsttherapeuten. Diese Methoden und Einflüsse wurden rasch zu einem integralen Bestandteil seiner künstlerischen Praxis. In seinem Atelier sammelte er Röntgenbilder, Krücken, Gehstöcke und Fotografien aus medizinischen Fachbüchern und kombinierte sie zu einer Reihe von Installationen mit dem Titel Art is Illness.